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VHS beteiligt sich am Kreisgeschichtsfest
Eintrag vom: 02.05.2014

Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer, Monika Guist (Kreisheimatverein) und Eckhard Möller (Kreisheimatpfleger) kümmern sich um die Organisation des Kreisgeschichtsfestes. Foto: Annika Tismer

Wo Kartoffelsuppe getanzt wird
Beim Kreisgeschichtsfest in Rödinghausen werden 15 000 Besucher erwartet

Rödinghausen (WB). Etwa 15.000 Besucher erwarten die Veranstalter am ersten Septemberwochenende zum Kreisgeschichtsfest in der Gemeinde. 970 Bürger werden sich aktiv an der Veranstaltung beteiligen, weitere 200 Helfer kümmern sich um die Logistik.
Damit wird da Fest im Ortskern eine organisatorische Herausforderung für die Gemeinde und den Kreisheimatverein. Entsprechend früh haben die Vorbereitungen begonnen, am Dienstagabend wurden während einer Informationsveranstaltung die aktuellen Pläne erörtert.
"Es wird für alle Beteiligten ein Kraftakt, aber auch ein herausragendes Ereignis", sagte Monika Guist vom Kreisheimatverein, die den vielen ehrenamtlichen Helfern dankte. Nur durch die Mithilfe der Schulen, Vereine oder Hobbyhistoriker sei es möglich, an 110 Ständen Geschichtliches zu präsentieren. "Alleine 16 Museen präsentieren sich auf unserer Museumsmeile", sagte Guist. Fast 50 Programmpunkte sind zudem auf unterschiedlichen Bühnen geplant.
Der Schwerpunkt der einzelnen Darbietungen und Ausstellungen beschäftigt sich dabei mit dem Titel der Veranstaltung: "Im Pickertland. Vom Essen und Trinken zwischen Teuto und Wiehen". "Wir möchten dabei Unterhaltung mit Wissensvermittlung verknüpfen", sagte Guist.
Am Haus des Gastes zum Beispiel wird es mehrere Ausstellungen, aber auch Tanz- oder Musikdarbietungen zu sehen geben. "Hier stellen wir die eher stilleren Projekte vor, es soll ein Platz zum Verweilen werden", sagte die Hauptorganisatorin. Passend dazu gebe es auf dem Vorplatz verschiedene Speisen und Getränke, aber auch Informationen rund um das Thema Mobilität.
Auf der gesamten Parkstraße sollen verschiedene historische Fahrzeuge zu sehen sein, an verschiedenen Stellen werden Kinderaktionen angeboten.
Der Hauptveranstaltungsort ist der Mehrgenerationenpark. Hier dreht sich vieles um die Geschichte der Ernährung in den vergangenen 100 Jahren. "Wir wollen dabei aufzeigen, dass sich nicht nur die Ernährung, sondern die gesamte Lebensweise der Menschen verändert hat", sagte Guist.
In einem großen Festzelt gibt es so unter anderem eine ehrenamtliche Ausstellung zum Thema "Pickertland", die Ausstellungstische zur Ernährung in den vergangenen 100 Jahren zeigen wird. Auf einer Bühne mit Küche sollen Lesungen und Vorführungen stattfinden. Von einer Showküche aus werden Gerichte gereicht und die entsprechenden Geschichten dazu erzählt.
An verschiedenen Stellen im Park sind verschiedene Tanz- und Theaterdarbietungen vorgesehen. "Wir sind sehr stolz, dass wir dieses Projekt ins Leben rufen konnten", sagte Guist im Haus des Gastes. Denn: Gemeinsam mit zwei Profis studieren Bürger Tänze und Theaterstücke ein und präsentieren sie schließlich dem Publikum. "Unter anderem möchten wir eine Kartoffelsuppe tanzen und einen Flashmob veranstalten", sagte Christine Grunert, die das Tanzprojekt leitet.
Die Theatergruppe trägt unter anderem Rezepte auf unterschiedliche Art und Weise vor. Für beide Gruppen werden noch Interessierte gesucht, sie können sich beim Kreisheimatverein melden.
Ein besonderes Erlebnis soll während des Geschichtsfestes ein Klangwald sein, in dem Musik erlebt, aber auch selber gemacht werden kann. Hinzu kommen Märchen und Sagen.
Die Landfrauen erfüllen das Backhaus mit Leben. Sie stellen unter anderem die beliebten süßen "Nonnensteine" her. In der Parkmuschel gibt es verschiedene literarische und musikalische Darbietungen.
"Am Abend beginnt dann eine riesige Gartenparty", kündigte Guist an. Live-Musik, Kabarett oder eine Bildershow mit Fotos aus der Rödinghauser Geschichte stehen auf dem Programm. Eine Promi-Kochshow, ein Barock-Feuerwerk und eine Lasershow auf einer Wasserleinwand sollen das Programm ebenso abrunden wie eine Gastronomiemeile mit westfälischen Spezialitäten. Am Sonntagmorgen ist ein plattdeutscher Gottesdienst vorgesehen.
Damit alles reibungslos verlaufen kann, wurde ein umfangreiches Sicherheitskonzept erstellt. Um den erwarteten Besuchern ausreichend Parkmöglichkeiten zu bieten, fahren Shuttle-Busse.

Bünder Zeitung, Donnerstag, 01. Mai 2014, von Annika Tismer

 

Neue Westfälische, Herford, Samstag, 3. Mai 2014




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Werburger Kreativtage 2014
Eintrag vom: 15.04.2014

 

Diesen Sommer finden die Werburger Kreativtage Spenge bereits zum 7. Mal statt.

In den letzten beiden Wochen der Sommerferien, vom 5. bis 17. August bieten regionale und überregionale Künstlerinnen und Künstler 10 Kreativkurse an, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Von zarter Aquarell- und Pastellmalerei über Holz- und Steinbildhauerei zu Bronzeguss und Messingtreibarbeiten! Nähere Informationen finden Sie hier.

 




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Spanisch für Genießer
Eintrag vom: 15.04.2014

 

Im Mai bietet die VHS einen ganz besonderen Kurs für Spanischlernende an: Einen Spanischkurs für Genießer. Dieser Kurs gibt einen Einblick in die gastronomische Vielfalt Spaniens und stellt typische Gerichte aus verschiedenen Regionen vor. Im Mittelpunkt stehen leicht nach zu kochende Rezepte, aber auch Übungen und landeskundliche Informationen kommen nicht zu kurz. Tortilla de patata, jamón serrano, queso manchego … und weil Ihnen beim Klang all dieser Köstlichkeiten sicherlich schon das Wasser im Mund zusammenläuft, bereiten Sie am letzten Abend gemeinsam Tapas zu und genießen sie anschließend. Nähere Informationen zu diesem genussreichen Kursangebot finden Sie unter der Kursnummer H3904.3B.

 

Foto: twinlili / pixelio.de

 




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Tipps vom IT-Experten der VHS
Eintrag vom: 15.04.2014

Das neue my City Live Stadtmagazin Herford-Hiddenhausen bietet IT-Tipps für Notebook, Tablet und Handy - vom IT-Experten der VHS Mark Stocksmeyer natürlich! ;)




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vhsPad - Neues kostenfreies Arbeitsinstrument für kollaboratives Arbeiten
Eintrag vom: 15.04.2014

Unser Kollege Mark Stocksmeyer hat vhsPad, ein neues kostenfreies Arbeitsinstrument für kollaboratives Arbeiten auf den Weg gebracht. Auf einem solchen Online-Dokument können mehrere Personen gleichzeitig arbeiten, wie bei Google-Docs, allerdings ist keine vorherige Registierung oder Accounterstellung erforderlich. Die Speicherung erfolgt auf deutschen Servern! http://vhspad.de
Dieser Dienst wird von den 3 Volkshochschulen (VHS Bremen, VHS Landkreis Fulda und VHS im Kreis Herford) getragen, verantwortlich für die Administration ist die VHS im Kreis Herford.




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"Warum ich so gern als Dozentin und Referentin tätig bin..." Nicole Gieselmann in ihrem Blog
Eintrag vom: 15.04.2014

"Bevor ich dazu weiter Stellung nehme, möchte ich kurz erzählen, wie es überhaupt dazu kam.

Seit nunmehr fast sieben Jahren bin ich als Dozentin tätig. Ich begann 2007 bei der VHS im Kreis Herford, kurz nachdem meine Elternzeit begonnen hatte. Im späteren Verlauf hatte ich auch Einsätze in weiteren Volkshochschulen.


Gründe, als Dozentin / Referentin tätig zu werden, gab es für mich viele

Mein befristeter Arbeitsvertrag war kurz vor der Geburt unseres ersten Kindes ausgelaufen, Elterngeld gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Ich wollte flexibel arbeiten.
Bei einem Beruf aus dem Bereich Informatik ist es wichtig, am Ball zu bleiben. Längeres Aussetzen hätte bedeutet, später nicht mehr in dem Bereich tätig sein zu können.
Ich wollte eine weitere Kompetenz erlangen, nämlich die, unterrichten zu können.

Wie alles begann…"

 

http://nicolegieselmann.de/warum-ich-so-gern-als-dozentin-und-referentin-taetig-bin/




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VHS unterstützt - Schüler wollen Zeitkapsel in 50 Jahren öffnen
Eintrag vom: 28.03.2014


Die Fotoschüler des Friedrichs-Gymnasiums wollen selbst Bilder für das Archiv schießen und sich in 50 Jahren wieder treffen, um die Fotos der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Foto: Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Am "Foto-Wochenende"soll das Herforder Leben umfassend dokumentiert werden / Teilnehmer können Kamera und Rundflüge gewinnen

Herford. Was wird aus ihnen in 50 Jahren geworden sein - den 17 Schülerinnen und Schülern des Kurses Fotografie der 9. Klasse am Friedrichsgymnasium des Schuljahres 2013/2014? Sie haben sich jedenfalls verpflichtet, dann - und nicht vorher - die "Herforder Zeitkapsel" feierlich zu öffnen und kostenlos einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Was werden sie in der Zeitkapsel finden? Wenn der Plan einer Archivierung über so lange Zeit aufgeht, sollen dokumentarische, digitale Fotos die ganze Fülle des Herforder Lebens im Jahr 2014 zeigen.

Eine Gruppe lokalhistorisch und fotografisch interessierter Herforder hat sich - wie berichtet - das Projekt "Zeitkapsel" ausgedacht, um es zukünftigen Generationen leichter zu machen, sich in die Vergangenheit zu vertiefen.

Warum sollen die Fotos fünf Jahrzehnte unter Verschluss gehalten werden? Die Hoffnung ist, dass Bilder entstehen können, die aus verschiedensten Gründen nicht heute, sondern - vertraglich abgesichert - erst in 50 Jahren an die Öffentlichkeit gelangen dürfen. Über das ganze Jahr werden Fotos geschossen - von Profis und Laien.

Da die meisten Leute der Initiatorengruppe in 50 Jahren alt und klapprig sein werden, haben sie nach jüngeren "Zeitkapselpaten" gesucht - und sie in dem Foto-Kurs der Lehrer Ivo Brieden und Frank Persike gefunden. "Ein guter Teil der Schüler wird aller Erfahrung nach in der Region bleiben und die Aufgabe erfüllen können", ist Mathias Polster zuversichtlich.

Was reizt die Jugendlichen daran? "Das wird ganz schön spannend, wenn wir die Kapsel in 50 Jahren öffnen", sagen die Kurssprecherinnen Ida Römhild und Marlo Schröder. "Vieles, was wir heute kennen, wird nicht mehr da sein. Vielleicht gibt es dann keine Supermärkte mehr, weil alles im Internet eingekauft wird. Viele Gebäude werden verschwunden und durch modernere ersetzt sein."

Ein besonderes Aktionswochenende mit Gewinnmöglichkeiten soll von Freitag, 4. April, bis Sonntag, 6. April, stattfinden. Dann sind alle Herforder aufgerufen, zur Kamera oder zum Smartphone zu greifen und das öffentliche und private Leben in Herford einzufangen.

"Wir möchten, dass so viele Menschen wie möglich ihr Umfeld fotografieren", sagt Polster. "Das kann die Wohnung sein, die Arbeitsstelle, die Straße. Was ihnen wichtig ist, was sie freut oder ärgert. Lassen Sie uns gemeinsam schon heute eine drohende Lücke in der Zukunft schließen, die wir aktuell aus der Zeit unserer Großeltern kennen. Werden Sie, Ihre Firma, Ihr Arbeitsplatz und Ihr persönliches Umfeld zum Bestandteil unserer jüngeren Herforder Geschichte. Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung."

Bis zum 30. April besteht die Möglichkeit, die Fotos des Wochenendes abzugeben. Hinweise zum Download sind auf der Internetseite www.herforder-zeitkapsel.de zu finden. Es werden auch Papierabzüge oder CDs angenommen. Einfach in den Briefkasten der VHS oder im HudL abgeben.

Wichtig: Vergessen Sie nicht den Hinweis, was Sie fotografiert haben mit einer genauen Adresse. Am 3. Mai werden die Gewinner gezogen. 1. Preis ist eine Digitalkamera im Wert von 800 Euro von Expert-Döring. Weitere Preise sind Stadtführungen, Rundflüge mit Luftbildfotograf Detlef Kupfernagel und mehr.

© 2014 Neue Westfälische, 09 - Herford, Donnerstag 27. März 2014 von Frank-Michaela Kiel-Steinkamp




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Vortrag in der VHS: "Freiwillig zu Diensten? - Über die Ausbeutung von Ehrenamt und Gratisarbeit"
Eintrag vom: 27.03.2014

Mit klarer Position: Publizistin Claudia Pinl beim Vortrag in der Volkshochschule. FOTO: RALF BITTNER

Ehrenamt ist ein Politikum

Herford. Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen, Gartenarbeit in der Kita, Essensausgabe, Helfer in der Bahnhofsmission: was sich liest wie Stellenangebote, sind Angebote für ehrenamtliche Arbeit auf der Internet-Seite der Ehrenamtsagentur EMMA. In der Reihe der Veranstaltungen im Rahmen des Frauenaktionsmonats ging Publizistin Claudia Pinl der Frage nach, warum das Ehrenamt boomt - und wann aus freiwilliger Arbeit Ausbeutung wird.

Historisch wurde im Zuge der Bismarckschen Sozialgesetzgebung um 1880 aus freiwilliger Barmherzigkeit eine "Aufgabe staatserhaltender Politik", gedacht zur Befriedung sozialer Proteste. Es entstand ein Rechtsanspruch auf staatliche Leistungen, der sich auch im Grundgesetz der Bundesrepublik findet. Daneben be- und entstanden nicht staatliche soziale Träger, von denen sich sowohl kirchlichen mit Nonnen und Diakonissen als auch der Arbeiterbewegung nahestehende Organisationen auf Ehrenamtliche stützten.

In den 1960er Jahren setzte ein Trend zur Professionalisierung ein, etwa über neue Fachhochschulabschlüsse. Spätestens seit der ersten Regierungserklärung Helmut Kohls von 1982 ist der Mensch plötzlich "in der Entfremdung eines anonymen Wohlfahrtsstaates" gefangen, staatliche Fürsorge wird zur Bevormundung umgedeutet. Ziel wird die "Selbst- und Nächstenhilfe der Bürger füreinander". Die neoliberale Idee, das der Markt alles richten werde, hielt Einzug.

Steuern wurden gesenkt oder ausgesetzt, mit der Folge, dass Staat und Sozialkassen das Geld ausging, um alle Leistungen weiter zu finanzieren. Im Schröder-Blair-Papier von 1999 wird festgestellt, "dass die Verantwortung des Einzelnen in Familie, Nachbarschaft und Gesellschaft nicht an den Staat delegiert" werden könne, die Menschen werden zu Ich-AGs.

Folge war die Zunahme der gesellschaftlichen Spaltung in Arm und Reich, so Pinl, und als Reaktion darauf mit dem Kommunitarismus eine neue Form des Ehrenamtes, die seither massiv gepredigt werde: "Typisch für diese neue Form des Almosens ist, dass es keinen Rechtsanspruch gibt. Die Bedürftigkeit muss immer wieder nachgewiesen werden." Die staatliche Aufgabe, Menschen mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen, werde ins Private abgeschoben. Große Teile staatlicher Daseinsvorsorge in den Bereichen Bildung, Sozialwesen und kommunale Infrastruktur seien inzwischen ehrenamtlich geregelt. "Freibäder werden bis auf Technik und Sicherheit von Vereinen unterhalten, Straßenreinigung durch private Kehrwochen ersetzt, Grünanlagen freiwillig in Bürgerarbeit gepflegt, kommunale Bibliotheken in die Hände von Vereinen übertragen. In der Pflege übernehmen Hauptamtliche die qualifizierten Tätigkeiten, die menschliche Ansprache der Patienten wird Ehrenamtlichen überlassen."

"Arbeit ist da", ist sich Pinl sicher, Geld auch, denn 2,2 Billionen euro Staatsschulden steht Privatvermögen in Höhe von 6,3 Billionen gegenüber. Was fehle sei die Bereitschaft zur Umverteilung nach dem Beispiel von Adenauers Lastenausgleich und der Wille Menschen für ihre Arbeit angemessen zu entlohnen. Dieses Modell habe jedoch Grenzen. Wo Verlässlichkeit gefordert ist, werden Dienste wie Freiwilliges Soziales Jahr oder Bundesfreiwilligendienst etabliert, die die Kosten drücken. Alte Strukturen brechen weg, weil sie wie etwa die Feuerwehr in der Konkurrenz um die Ehrenamtlichen nicht mehr attraktiv scheinen.

"Vielen Menschen vermittelt ihr Engagement ein subjektiv befriedigendes Gefühl", sagt Pinl, das mache es so schwierig, Menschen davon zu überzeugen, dass ihr Engagement bewusst ausgebeutet werde. Schuld seien nicht einmal die im Kostendruck stehenden Träger, sondern Entscheider in Wirtschaft und Politik: "Ehrenamt ist ein Politikum." Menschen stocken Minijobs oder Zwergenrente gezwungenermaßen mit den Aufwandsentschädigungen auf, oder hoffen, dass sich aus dem Ehrenamt ein qualifizierter Job ergebe - was jedoch so gut wie nie der Fall sei.

Gesellschaftlicher Nutzen ehrenamtlicher Arbeit

Pinl referierte auch die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2009 zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen des Ehrenamts. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2008.

Demnach leisteten die Deutschen 4,6 Milliarden Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Jahr, beim damals diskutierten Mindestlohn von 7,50 Euro erbringen engagierte Bürger jährlich eine Arbeitsleistung im Wert von nahezu 35 Milliarden Euro oder 2 Prozent des deutschen Volkseinkommens. Diese übersteigt etwa den Anteil des Gastgewerbes oder den der Land- und Forstwirtschaft deutlich. Insgesamt engagieren sich knapp 35 % der Deutschen über 16 Jahren. Damit liegt Deutschland im Europavergleich im oberen Mittelfeld, auch wenn in den Ländern Ehrenamt unterschiedlich definiert und gezählt wird.

Ehrenamtliche leisteten über 4,6 Milliarden Arbeitsstunden, Erwerbstätige 57 Milliarden Arbeitsstunden. Das heißt, dass bürgerschaftlich engagierte Menschen 7,5 Prozent der Gesamtarbeitsstunden erbringen. Längst ist das Ehrenamt ein volkswirtschaftlicher Faktor neben Eigen-, Staats- und Marktproduktion geworden. Der "Engagement Atlas 2009" wurde vom Generali Zukunftsfonds 2009 vorgestellt. Pinl rechnete jedoch weiter. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden entspreche der von etwa 3,2 Millionen Vollzeitbeschäftigte bei damals 3,4 Millionen Arbeitslosen, auch wenn die sicher nicht eins zu eins vergleichbar seien.

Pinl schätzt, dass bis zu einem Drittel der Ehrenamtlichen in Bereichen arbeiten, die bis vor Kurzem bezahlte Tätigkeiten waren oder mangels Bedarf nicht existierten, etwa in Kleiderkammern.

© 2014 Neue Westfälische09 - Herford, Donnerstag 27. März 2014, VON RALF BITTNER




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VHS und AKE informierten - "Wo steht die Revolution?" – Ägypten-Experten diskutieren bei Seminar im Vlothoer Jugendhof
Eintrag vom: 27.03.2014

Gemeinsam mit anderen Ägypten-Experten wird beim Seminar im Vlothoer Jugendhof
über die Zukunft Äqyptens diskutiert. »Wo steht die Revolution heute?« lautet eine der
Fragestellungen, von links: Mamdouh Habashi (Kairo), Gerhart Schöll (AKE, Moderation),
Alsayed Alrahmany (Münster) und Hoda Salah (Berlin/Kairo).

Versöhnung durch Dialog

Vlotho(VZ). Der Arbeitskreis Entwicklungspolitik (AKE) blickt besorgt nach Ägypten: Dass ein ägyptisches Gericht gerade mehrere hundert Menschen zum Tode verurteilt hat, die an einer gewalttätigen Demonstration in einer ägyptischen Provinzstadt beteiligt waren, beunruhigt.
Mitglieder des AKE haben an einem Seminar im Jugendhof in Vlotho teilgenommen. Anlass war die Einladung des Deutschen Zweiges des Internationalen Versöhnungsbundes. Diskutiert wurde das Thema "Wo steht die Revolution? Der schwere Weg der Gewaltfreiheit in Ägypten und anderen Ländern".
Gerhart Schöll, der selbst mehrere Jahre in Kairo gelebt hat und am Wochenende am Seminar teilnahm, dazu: "Demonstranten, die erhebliche Schäden angerichtet oder möglicherweise sogar Menschenleben auf dem Gewissen haben, müssen von der Justiz zur Rechenschaft gezogen werden." Aber solche schnellen, pauschalen und grausamen Urteile in einem im wahrsten Sinne des Wortes ›kurzen Prozess‹ seien alles andere als förderlich für die positive Entwicklung, die das Land nach den Auseinandersetzungen der letzten Jahre dringend brauche.
Und Beobachter rechnen auch gegenüber anderen Demonstranten, insbesondere aus den Reihen der Muslimbrüder, mit ähnlichen Urteilen, die zur weiteren Eskalation und Verhärtung der Fronten beitragen werden. Die oft brutale Gewalt dominiere inzwischen auf fast allen Seiten. Dies obwohl, wie Friedensforscher Martin Arnold erläuterte, 2011 der Erfolg des Aufstandes auch dem Umstand zu verdanken war, dass viele der Aktiven sich zuvor mit der Frage befasst hatten, wie politische Veränderungen eher mit gewaltfreien Mitteln möglich seien. Dabei hätten sie auf vorangegangene Erfahrungen in einigen anderen Ländern aufbauen können.
Zur Information über die aktuelle Situation im Land und die Perspektiven trugen - teilweise durchaus kontrovers - drei aus Ägypten stammende Wissenschaftler bei: Die Politikwissenschaftlerin Hoda Salah (Berlin/Kairo), Alsayed Alrahmany, Imam und Mitglied des Exzellenzclusters Religion und Politik an der Universität Münster sowie Mamdouh Habashi (Kairo), Politiker (Ägyptische Sozialistische Partei ESP) und Vorstandsmitglied im Arab African Research Center (AARC).
Die Seminarteilnehmer, unter ihnen viele mit eigenen familiären Wurzeln in Ägypten, beurteilten die aktuelle Situation und die Perspektiven für die nähere Zukunft eher skeptisch. Auch wenn die meisten der Politik der Muslimbrüder kritisch gegenüberstanden, seien nur wenige der Meinung, dass der Militärputsch und vor allem die inzwischen von den Machthabern ausgeübte Politik zu einer Befriedung und nachhaltigen Entwicklung des Landes beitragen könne. Wenn eine Gesellschaft politisch so gespalten sei wie derzeit die ägyptische Gesellschaft, sei das Gespräch zwischen den unterschiedlichen Gruppen, über das vielleicht mittelfristig ein Versöhnungsprozess möglich sei, eigentlich unabdingbar. "Gerichtsverfahren und Urteile, wie wir sie gerade erlebt haben, tragen dazu nicht bei." Dies unterstrich auch noch einmal Clemens Ronnefeldt, Friedensreferent des Internationalen Versöhnungsbundes.
Auf Anregung vieler Teilnehmender werden die Veranstalter, neben dem AKE-Bildungswerk insbesondere der Internationale Versöhnungsbund, die weitere Entwicklung vielleicht auch in absehbarer Zeit in einem nächsten Seminar in Vlotho noch einmal aufgreifen, hieß es im Abschluss-Fazit. Viele der Teilnehmer äußerten die Absicht, sich aktiv für Demokratie und Menschenrechte in Ägypten und anderen arabischen Ländern einzusetzen und vor allem dafür, dass die Politik ihnen dafür auch eine Chance gibt.


HK Vlotho 27.03.2014




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VHS informierte - Vogelkundler im Bruch unterwegs
Eintrag vom: 24.03.2014

Mehr als 20 Vogelinteressierte haben sich am frühen
Sonntag mit Gummistiefeln und Ferngläsern auf den
Weg gemacht, um unter den Ausführungen des
Vogelkundlers Klaus Nottmeyer einheimische Vogelarten
und auch Zugvögel zu entdecken und zu
beobachten. Foto: Daniela Dembert

Kiebitze und Zugvögel fühlen sich in Enger wohl
Enger(dd). Lukas Homburg ist Vogelkundler aus Leidenschaft. Deshalb hat er seine Eltern auch am Sonntagmorgen wieder mobilisiert, um mit ihm an der vogelkundlichen Wanderung der Biologischen Station Ravensberg teilzunehmen. Mit mehr als 20 anderen Vogelinteressierten folgte der Zehnjährige mit einem Fernglas und einer kleinen Digitalkamera ausgestattet dem Ornithologen Klaus Nottmeyer ins Enger Bruch, um verschiedenen einheimischen wie auch nur kurze Zeit verweilenden Zugvögeln nahe zu kommen. Die Niederungen Engers waren schon immer ein Feuchtgebiet mit besonders attraktiven Nistmöglichkeiten und bieten Zugvögeln wie der Nilgans auch in größeren Scharen einen Aufenthaltsort.
»Hier lacht schonmal ein Grünspecht«, wies Nottmeyer die Gruppe gleich zu Beginn der Wanderung auf eine der vielen Vogelstimmen hin. Auch Kohl-, Sumpf- und Blaumeisen, Buchfinken und Kiebitze fühlen sich im Bruch heimisch. Nottmeyer erklärte anhand kleiner Eselsbrücken die Charakteristika der einzelnen Vogelrufe.
War das heutige Naturschutzgebiet früher eine Allmende, eine Weidefläche für alle Ortsansässigen mit ein wenig Holzwirtschaft, hat sich die Vegetation dahin verändert, dass nun mehr Erlen und Weiden die sumpfigen Wiesen bewachsen. Bodenbrüter müssen zudem kein grasendes Vieh mehr fürchten. Für die Ornithologen ist das naturbelassene Gebiet ein interessanter Ort, um eine Vielzahl von Vogelarten beobachten zu können. Bei seinen Führungen möchte Nottmeyer die Besucher für diese Vielfalt sensibilisieren.

HK Enger, 24. März 2014, Daniela Dembert



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VHS-Schreibwerkstatt feiert Jubiläum
Eintrag vom: 24.03.2014

Die Autorinnen der Schreibwerkstatt mit (von links) Andrea Finke,
Dorothee Pilgram, Helga Hindemith, Kursleiterin Kerstin Tümmel, Lena
Lischkowitz, Rita Frentrup und Reinhilde Koch-Bökenkamp.

Frauen schreiben eigene Geschichten
Herford(HK). Zwischen Himmel und Erde muss eine Menge geschehen, damit eine Frauenschreibwerkstatt der Volkshochschule (VHS) 25 Jahre alt werden kann. Bei der Jubiläumslesung in der Stadtbücherei haben die Autorinnen mit ihrem Publikum gefeiert. Die Veranstaltung war ausverkauft. In der Pause wurde auf das Jubiläum angestoßen.
Dieses Jahr lautete das Motto: »Zwischen Himmel und Erde«, weil dazwischen grundsätzlich eine Menge Sprengstoff geschieht. Das haben die Autorinnen auch bewiesen. Helga Hindemith hatte sich diesmal dem Genre Krimi voll und ganz gewidmet. Rita Frentrup bewies auf kreative Weise, wie man tierische Probleme auf weltliche Art klärt. Der Schmunzeleffekt blieb nicht aus. Alle Autorinnen brachten das Publikum zum Lachen oder regten es zum Mitmachen an. Reinhilde Koch-Bökenkamp begleitete die Veranstaltung musikalisch, welches eine wunderbare Kombination zu den Texten gab.
Kursleiterin Kerstin Tümmel freute sich über die zunehmende Beliebtheit, welche die Lesung in den letzten Jahren immer mehr genießt und hofft, dass die Gruppe nächstes Jahr wieder solch ein »wunderbares Publikum« empfangen kann.
Neulinge nimmt die Autorinnengruppe gern auf. Im September findet der nächste Kurs in der VHS Herford im Raum 206 statt. Bei Interesse rechtzeitig bei der VHS Herford anmelden.

HK Herford, 22. März 2014



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Vogelkundlicher Spaziergang in Enger
Eintrag vom: 21.03.2014

Foto: Ulrich Velten/ pixelio.de

Mit Beginn des Frühjahrs besuchen zahlreiche
gefiederte Gäste auf dem Zug nach
Norden die feuchte Geländesenke im
Enger Bruch. Dazu gehören mehrere
Entenarten und Watvögel. Die ersten
Brutvögel und Goldammern (Foto) sind
ebenfalls aktiv. Die VHS und die Biologische
Station Ravensberg laden Interessierte zum
vogelkundlichen Spaziergang ein. Treffpunkt
ist am Sonntag, 23. März, um 9 Uhr
am Parkplatz Ringstraße/ Bolldammstraße in
Enger.



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Vortags- und Diskussionsveranstaltung über die Folgen von Nuklearkatastrophen und welche Mittel gegen die Atomkraft wirken
Eintrag vom: 19.03.2014

Toshiya Morita (r.) und Übersetzerin Kozuko Kanuma-Kölzer.
FOTO: STRATMANN-HORN

Fukushima ist weiterhin außer Kontrolle

Herford. Drei Jahre nach dem Mehrfach-Supergau von Fukushima berichteten japanische Gäste aus erster Hand über die Situation in Nordostjapan und über die Veränderungen, die sich seither in der japanischen Öffentlichkeit ereignet haben.

Mehrere Herforder Umwelt- und Menschenrechtsgruppen, die Volkshochschule und der Kirchenkreis hatten eingeladen - und viele kamen. Im Vortragssaal des Hauses der Kirche war kein Platz mehr frei. Barbara Rodi von der FEGH (Friedensfördernde Energie-Genossenschaft Herford) moderierte.

Drei Jahre nach dem Mehrfach-Supergau von Fukushima berichteten die Gäste aus Nippon aus erster Hand über die Situation in Nordostjapan und über die Veränderungen, die sich seither in der japanischen Öffentlichkeit ereignet haben.

Der Journalist Toshiya Morita beschrieb die Situation der aus der Umgebung der explodierten Reaktoren evakuierten und der mehr als eine Million geflohenen Menschen. Die rund 165.000 Zwangsevakuierten müssen nach wie vor in Container-Siedlungen leben. "Die japanische Regierung gaukelt ihnen vor, sie könnten bald wieder in ihre Häuser zurückkehren. Tatsächlich sind die betroffenen Städte und Dörfer aber langfristig unbewohnbar", sagt Morita. Das abgetragene radioaktive Erdreich befinde sich unter Plastikplanen oder in Müllsäcken, oft unmittelbar neben Schulen und Wohnhäusern; niemand wisse, was damit geschehen soll.

Japanische Regierung und Betreiberfirma Tepco versuchten in unverantwortlicher Weise die Folgen des Supergaus herunterzuspielen und so zu tun, als habe man alles im Griff. Die Bevölkerung, normalerweise eher ruhig und gutgläubig, sei aber aufgewacht. Morita berichtete mitreißend von der starken Antiatom-Bürgerbewegung in ganz Japan. Eine führende Rolle spielen nach seiner Darstellung junge Mütter, die um ihre Kinder besorgt sind. Traditionell halten sich die japanischen Frauen in der Öffentlichkeit zurück, jetzt aber organisierten sie den Protest und gingen zu Zehntausenden auf die Straße. Dieser Bürgerbewegung sei es gelungen, bisher das Wiederanfahren auch nur eines einzigen Atommeilers in Japan zu verhindern.

Morita veranschaulichte seinen Bericht mit eindrucksvollen Fotos. Die bewegenden Geschichten wurden wie Moritas Vortrag kompetent von Kozuko Kanuma-Kölzer übersetzt.

Medizinerin Angelika Claußen aus Bielefeld, viele Jahre Vorsitzende der IPPNW (Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs), ist seit der Nuklearkatastrophe zwei Mal in Japan und in der Präfektur Fukushima gewesen. Sie informierte über jetzt schon erkennbare Strahlungsfolgen. Sie rechnet mit stark steigenden Schilddrüsenkrebsraten.

Die Ärztin erwähnte auch das Schicksal der Tepco-Arbeiter in Fukushima. Viele von ihnen sind nicht krankenversichert, Erkrankungen und Todesfälle nach dem Arbeitseinsatz werden nirgends registriert.

Einig waren sich die Diskutierenden dass der Katastrophenschutz für den Fall eines Nuklearunfalls in Deutschland aktualisiert werden muss. Die gültigen Evakuierungspläne nur für Regionen, in denen ein Mensch mit mehr als 50 mSv/Jahr belastet würde, seien aus ärztlicher Sicht indiskutabel. Sogar in Japan gilt die Grenze von 20 Mikrosievert jährlich als Evakuierungsgrund.

© 2014 Neue Westfälische 09 - Herford, Mittwoch 19. März 2014



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VHS Schreibwerkstatt für Frauen wird 25 Jahre alt - Lesung am 19. März
Eintrag vom: 18.03.2014

Literatur ist ihr Hobby: Kerstin Tümmel (vorne), Helene Lischkowitz (v. l.), Andrea Finke, Dorothee Pilgram, Helga Hindemith, Reinhilde Koch-Bökenkamp, Rita Frentrup und Birgit Sieker.

Kreativ auf Knopfdruck

Herford. Ab und zu geht der Blick hinauf an die weiße Decke des Seminarraumes, so als würde sich dort ein neuer Gedanke verstecken. Eifrig kritzeln die acht Frauen der Schreibwerkstatt in ihren kleinen Büchern, Heftchen oder auf ihren losen Zetteln herum. Heute sprudeln die Ideen. Es geht um Asche, um eine Eieruhr und um das perfekte Drei-Minuten-Ei.

Die Schreibwerkstatt für Frauen der VHS Herford feiert ihr 25-jähriges Bestehen. "Das ist etwas Besonderes. Wir sind eine der ältesten Schreibwerkstätten in NRW", sagt Kursleiterin Kerstin Tümmel. Seit 2007 betreut die Bünderin die Gruppe. Vorher war sie selbst Teilnehmerin. "Die Seite zu wechseln, war am Anfang nicht ganz leicht", gibt Tümmel zu.

"Meine größte Angst zu Beginn war, dass mir die Themen ausgehen." Das ist ihr in den acht Jahren aber nie passiert. Bei jedem Treffen denkt sich Tümmel etwas Neues aus. "Meistens bearbeiten wir zwei Themen pro Sitzung." In den 25 Jahren hätten die Hobby-Literatinnen so an die 1.000 Themen bearbeitet. "Daraus sind dann bestimmt etwa 10.000 Texte entstanden", sagt Tümmel.

Mittwoch, 19.30 Uhr. Auf dem großen Tisch steht eine Packung Pralinen in Herzform, geöffnet. Märchenbücher, Gedichtbände und einige Zettel mit Kurzgeschichten liegen in der Mitte. Jede Autorin hat bereits ein Blatt Papier, ein Buch mit leeren Seiten oder einen Block vor sich liegen und einen Stift in der Hand. Kerstin Tümmel lächelt. "Heute habe ich ein etwas eigentümliches Thema gewählt."

Sie verteilt kleine Papierschnipsel. Darauf: Eine Geschichte über einen Mann, der seiner Frau nach seinem Tod seine Asche in einer Eieruhr hinterlässt, damit sie das perfekte Frühstücksei kochen kann. Erste Verwirrung macht sich breit.

Dann zieht Rita Frentrup einen Zettel aus einer kleinen Schatztruhe: "Träume versetzen Berge" steht auf dem Papier. Das sind die Eckpfeiler für die neun Geschichten, die gleich entstehen. Teilnehmerin Helene Lischkowitz schaut ein wenig verzweifelt: "Ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll."

"Ein Brett vorm Kopf zu haben, das kennen wir gut", sagt Birgit Sieker, das Urgestein der Gruppe. Sie ist von Beginn an mit dabei, hat die Gruppe auch zwei Jahre geleitet. "Trotzdem ist man immer wieder überrascht, wie viel einem aus dem Nichts einfällt."

Nach anfänglicher Diskussion über den Tod und die Zeit, die ein perfektes Frühstücksei kochen muss, sitzt jede der acht Frauen vertieft in ihre eigene Geschichte am Tisch. Schon drehen die ersten ihre Blätter um, um auf der Rückseite weiterzuschreiben.

Auch Helene Lischkowitz schreibt konzentriert an ihrer Geschichte. Blätter rascheln, die Stifte schaben auf dem Papier, ab und zu wird auch mal wild durchgestrichen, aber keiner redet. Kursleiter Tümmel durchbricht die Stille: "Kommt bitte langsam zum Ende." Hier und da ein Stöhnen, weil sich nun schnell ein Ende ausgedacht werden muss.

Renate Eisenberg gründete die Frauenschreibwerkstatt 1989. Ihr lag die Gleichberechtigung und Mitsprache der Frauen in Herford sehr am Herzen. "Von ihr wird gesagt, dass sie das Talent hatte, jemanden zum Schreiben zu motivieren", sagt Tümmel.

Auch die Asche und das perfekte Ei hat die Autorinnen motiviert und einiges an Kreativität herausgekitzelt. Eine schafft ihr eigenes kleines Krematorium im Wohnzimmer, die andere schreibt eine Geschichte in Reimform über eine umgekehrte Rollenverteilung von Mann und Frau, die nächste entwickelt eine schaurige Gruselgeschichte. Auch ein sehr politischer Text, der an den Weltfrauentag erinnert, fehlt in der Frauenrunde nicht.

In dieser Form sind die Texte in ihrer Rohfassung. "Zu Hause wird nachgebessert, ab und zu", sagt Rita Frentrup. Für die jährlichen Lesungen lektoriert Kerstin Tümmel die Texte der Hobby-Autorinnen. Veröffentlicht wird aber eher selten. "Es geht darum, mit Gleichgesinnten zusammen zu schreiben und sich auszutauschen, nicht aber um Veröffentlichung", sagt Tümmel.

© 2014 Neue Westfälische 09 - Herford, Dienstag 18. März 2014, von Christina Zimmermann



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Zwischen Leid und Liebe - Therapeut Dr. Mathias Jung referierte zum Thema Liebeskummer
Eintrag vom: 18.03.2014

Therapeut und Berater: Bereits zum 13. Mal war Dr. Mathias Jung auf Einladung der VHS im Universum. Dieses Mal sprach er über das Thema Liebeskummer. FOTO:CORINNA SCHWANHOLD

Bünde. Betroffen sind Erwachsene, Kinder und Jugendliche und selbst Tiere können unter ihm leiden: Die Rede ist vom Liebeskummer, der schon so manchen ins Elend gestürzt hat. Doch das größte Leid kann auch heilend wirken, weiß der Therapeut und Lebensberater Dr. Mathias Jung. Auf Einladung der Volkshochschule sprach er nun im Universum zu dem Thema.

Wenn Liebe ins Leere fällt, ist das die wohl tiefste Kränkung unseres Lebens, davon ist der Paar- und Einzeltherapeut Jung überzeugt. Doch so ernst das Thema auch sein mag, einen trockenen Vortrag wollte er seinen interessierten Zuhörern im Universum nicht bieten. Das machte er gleich am Anfang des Abends deutlich.

"Wer von Ihnen hatte schon mal Liebeskummer?", fragte er in die Runde und bekam erwartungsgemäß viele in die Luft gestreckte Finger zu sehen. "Gott sei Dank, dann bin ich ja nicht der einzige Psychopath!", schmunzelte der Redner und stieg in sein Programm ein, in dem es um die Katastrophen, aber auch die Selbstheilungen der Liebe ging. Diese Themen behandelt der Therapeut auch in seinem Buch "Liebesschmerz: Über den Liebeskummer oder Verzweiflung, die heilen kann", das er zu seinem Vortrag mitgebracht hatte.

Bevor er in die Fallbeispiele seines Buches einstieg, berichtete Jung erst einmal von seinen eigenen Erfahrungen mit dem Kummer, die er bereits als junger Mann gemacht hat: Nachdem seine Freundin ihn verlasse habe, habe er sich völlig elend gefühlt: "Ich war nur noch ein hilfloses Bündel", erinnerte sich Jung. Doch verglichen mit anderen Leidenden sei das noch harmlos: Bis in den Suizid hinein könne Liebeskummer führen, auch Verbrechen geschähen aus tiefer Kränkung. "Dabei gilt: Je stärker ich meine eigene Sinngebung an den Partner abgebe, desto stärker bin ich gefährdet."

Insgesamt sei Liebeskummer der Trauer nicht unähnlich und dementsprechend hat Jung auch beim Leid verschiedene Phasen ausgemacht: Nach dem Verdacht folgten die Hilflosigkeit, das Bitten und Betteln, die Flucht und schließlich der finale Abschied. Zu jeder dieser Phasen hatte Jung interessante Fallbeispiele aus seiner Praxis mitgebracht, die er auch in seinem Buch aufgreift. Trotz der allgemeinen Vorstellung versteht der Therapeut unter Liebeskummer nicht nur das Leid nach einer Trennung: Auch noch in der Beziehung könne man Kummer empfinden, wie er an seinen Beispielen zeigte. So griff er mehrere Leidensgeschichten seiner Patienten auf, die anfangs den Verdacht hatten, betrogen zu werden. Trotz ihrer Bitten an den Partner war es zu spät und sie sahen sich einem großen Scherbenhaufen gegenüber. Doch nach einer langen Leidensphase setzte bei ihnen schließlich das ein, was Jung die "Inventur" nennt: Der Leidende ergreift die Chance, sich neu zu finden: "Die Krise bringt einem viel über sich selbst bei. Der Mensch definiert sich wieder über sich selbst und nicht mehr über seinen Partner", erklärte er.

Neben den Auswirkungen einer Trennung hatte Jung aber auch viele Erkenntnisse über Partnerschaften mitgebracht, so betonte er unter anderem die Wichtigkeit von Zärtlichkeit in einer Beziehung. Hier seien gerade kleine Gesten wie ein Lächeln oder Kosenamen gefragt: "Wenn meine morgens zum Beispiel zu mir sagt: ,Schatz, du nervst mich heute!?, freue ich mich über das ,Schatz? und vergesse den Rest", schmunzelte Jung.

Gerade diese Mischung aus fundierten und gut erklärten Erkenntnissen über die menschliche Psyche und einer Prise Humor ist es wohl, die Jung mittlerweile einen kleinen Fan-Club im Kreis beschert hat. Schließlich war der Therapeut mittlerweile zum 13. Mal auf Einladung der Volkshochschule im Kreis Herford zu Gast. Auch auf einen nächsten Termin mit dem anerkannten Lebensberater dürfen sich Interessierte bereits freuen: "Am 30. Oktober referiert er über die Mutter-Tochter-Beziehung am Beispiel von Schneewittchen", so Helga Lütkefend, Fachbereichsleiterin Psychologie an der VHS.

VON CORINNA SCHWANHOLD, © 2014 Neue Westfälische 11 - Bünde, Samstag 15. März 2014



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